Der Todesflug der "152"
1954 gibt Walter Ulbricht den Startschuss zu einem der ehrgeizigsten Unternehmungen der noch jungen DDR. In Dresden soll der supermoderne Düsen-Jet made in GDR in Großserie vom Band laufen. Staatschef Ulbricht hofft auf internationales Prestige und wirtschaftlichen Aufschwung, nicht zuletzt auf Devisen.
Nach nur vier Jahren Bauzeit der Jungfernflug, vier Monate später die Katastrophe. Am 4. März 1959 warten die Konstrukteure des neuen vierstrahligen Passagierjets in Dresden-Klotsche auf die Landung nach dem zweiten Probeflug. Statt der Passagiermaschine sehen sie eine schwarze Rauchwolke. Die Maschine ist auf einem Acker bei Ottendorf-Okrilla zerschellt, nur wenige Kilometer vom Rollfeld entfernt. Aus der Traum vom Fliegen.
Der Absturz der "152" ist faktisch das Ende einer größenwahnsinnigen Wirtschaftspolitik und gleichzeitig der tragische Schlusspunkt einer durchaus zukunftsträchtigen technischen Entwicklung. Der Untersuchungsbericht landet im Panzerschrank.
Bis heute ist nicht endgültig geklärt, was an jenem 4. März genau passiert ist. Die Unkenntnis belebte die Gerüchteküche. War es Sabotage? Der Klassenfeind? Oder war es gar die Sowjetunion, die keine Konkurrenz duldete? War es ein technischer Fehler, ein Mangel, ein Defekt? Oder war es schlicht menschliches Versagen? Bis in die Gegenwart ranken sich Vermutungen, Gerüchte und Legenden um den Aufstieg und Fall der "152"; Walter Ulbrichts Wundervogel. Der Film geht den genannten Fragen nach und kann sich bei der Rekonstruktion des Falles auf Archiv-Material und auf Zeitzeugen stützen, die lange schweigen mussten.