Der Tag, an dem die Bücher brannten

Der Tag, an dem die Bücher brannten

10. Mai 1933 - jener Tag, an dem in Deutschland Bücher brannten. Der Tag, an dem die Werke von Thomas Mann und Sigmund Freud, von Erich Kästner und Kurt Tucholsky 'dem Feuer übergeben wurden', markiert einen weiteren Höhepunkt in der barbarischen Geschichte des nationalsozialistischen Deutschland. Doch gut sieben Jahrzehnte später, mehr als fünfzig Jahre nach Kriegsende, sind Bücherverbrennungen und die Verfolgung missliebiger Gedanken nach wie vor aktuell. Vermeintliche 'Feinde des Islam' werden für ihre Schriften mit dem Tode bedroht. In den USA und in Baden-Württemberg wurden Harry-Potter-Bände verbrannt. Grund genug, sich des Tages der NS-Bücherverbrennung, seiner Vorbereitung, seiner Logistik, seiner Unterstützer und seiner Folgen anzunehmen. Wer plante, wer organisierte die Aktion? Was passierte mit den 'verbrannten' Büchern, die in Bibliotheken, in Universitäten, in Büchereien und Wohnungen standen? Wie wurde die 'Säuberung' überwacht? Und vor allem: Wie bereitwillig folgte die deutschen Elite, die Studenten und Akademiker, dem neu ausgerufenen deutschen Geist? Entgegen der landläufigen Meinung, die Verbrennungen seien maßgeblich vom Propagandaministerium selbst organisiert worden, findet der Film den Ursprung der Idee des 'Kampfes gegen alles Undeutsche im Geistigen' in den 'Führern' der damaligen Studentenschaft, die sich massiv für eine ausgedehnte Aktion bei den Printmedien und der nationalsozialistischen Führung einsetzten. Dazu stehen Filmautor Henning Burk einige ehemalige Kommilitonen der Berliner Universität als Augenzeugen der Bücherverbrennung selbst, aber auch der damaligen Stimmung unter den Studenten zur Verfügung. Der Film will ein intensives, dichtes, komplexes zeitgeschichtliches Bild vermitteln. Er will den spannungsreichen Ablauf der vierwöchigen 'Aktion wider den undeutschen Geist' nachvollziehen und zugleich anhand der damals verhassten, heute fast unbekannten Autoren die Hintergründe des abgrundtiefen deutschen Wahns beleuchten.

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