Der Sturz ins Leben

Der Sturz ins Leben

Elsa lebt allein in einer Wohnung, deren Miete sie nicht mehr bezahlen kann. Ihre Versuche einen richtigen Job zu bekommen sind bis jetzt gescheitert und so arbeitet sie nachts schwarz als Putzfrau in einem Busdepot und tagsüber gibt sie einem Schulkind Englischnachhilfe, obwohl sie die Sprache selbst nicht beherrscht. Ihr elfjähriger Sohn Etienne lebt bei seinem Vater und dessen neuer Lebensgefährtin. Auch wenn Elsa gerne das Sorgerecht zurückhätte, kann sie nicht so recht mit ihrer Mutterrolle umgehen. Sie weiß, bevor sie Etienne zu sich holen kann, muss sie zunächst ihr eigenes Leben in den Griff bekommen. Dass ihr Vermieter sie wegen Mietrückstands vor die Tür setzt, macht die Sache nicht gerade leichter. Auch Mathieu, Elsas introvertierter und schräger Nachbar, hat kein Glück mit Vorstellungsgesprächen. Er muss ebenfalls aus seiner Wohnung ausziehen. Durch Zufall laufen sich die beiden immer wieder über den Weg und es entwickelt sich eine vorsichtige Zuneigung. Doch auch hier fühlt sich Elsa überfordert. Mathieu hingegen, der vorübergehend ein Zeltlager im Wald aufschlägt, scheint seinen Weg zwischen gesellschaftlicher Erwartung und seinem Außenseitertum gefunden zu haben. Die Begegnung zwischen Mathieu und Elsa zeichnet sich durch Auf und Abs zwischen Scheitern und neuer Hoffnung aus; Fall und Wiederaufstehen sind das Leitmotiv. Die komische Tragik, die die Geschichte der zwei eigenwilligen Antihelden ausmacht, hat eine große Nähe zur Realität und der heute allgegenwärtigen Prekarität vieler Großstadtmenschen.

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