Der Sohn des Waffenmachers

Der Sohn des Waffenmachers

In Darra Adam Khel, einem Provinznest im nordwestlichen Grenzgebiet von Pakistan, lebt ein elfjähriger Paschtunenjunge namens Niaz , dessen verwitweter Vater als Waffenbauer sein Geld verdient. In dem Dorf ist er damit nicht der Einzige: Fast die gesamte Bevölkerung des Örtchens lebt von diesem Broterwerb. In Manufakturen stellen Familien alle möglichen Arten von Pistolen und Gewehren her. Probeschüsse von Käufern gehören hier zum alltäglichen Hintergrundgeräusch. Der kleine Niaz soll eines Tages das Geschäft seines Vaters übernehmen, so wie dieser es bereits von seinen Vorvätern übernommen hat. Doch der aufgeweckte Junge hat andere Pläne. Durch die Bekanntschaft mit einem Schriftsteller kommt er mit einem Gut in Berührung, das ihm bis dahin unbekannt war: Bildung. Zusätzlich angeregt durch Briefe seiner Cousine Anousha , will Niaz es dieser gleichtun und in Peschawar zur Schule gehen. Für den Vater, einen einfachen Mann ohne jede Bildung, kommt dieser Bruch mit der Familientradition nicht infrage. Auch von seiner nicht minder konservativen Großmutter kann Niaz keine Hilfe erwarten. In seiner Not bittet er seinen vergleichsweise progressiven Onkel um Unterstützung. Aber auch dieser kann den fundamentalistischen Vater nicht überzeugen. Schließlich läuft der Junge davon.

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