Der Polizist

Der Polizist

Die Mitglieder der Eliteeinheit der israelischen Polizei, in der Yaron arbeitet, leben wie eine große Familie zusammen. Ein kaum verhülltes erotisches Begehren durchzieht diese in sich abgeschlossene Welt. Die Männer zelebrieren ihre Machtrituale und stählen ihre Körper. Ihre Beziehungen untereinander sind von einer fragwürdigen Männertreue geprägt; so wird ein krebskrankes Mitglied der Eliteeinheit gezwungen, die Verantwortung für einen misslungenen Einsatz gegen Palästinenser zu übernehmen, weil ihm aufgrund seiner Krankheit keinerlei Folgen daraus entstehen können und die anderen so ihren Job behalten.

Konfrontiert wird die Elitetruppe mit einer Gruppe von "Edel-Revoluzzern", die mit dem revolutionären Pathos der 70er Jahre von einer Designerwohnung aus einen Anschlag planen und mehr Zeit auf die Ausformulierung ihrer Pamphlete verwenden als auf die Vorbereitung des Terroraktes. Damit wollen sie ihre Verbundenheit mit den "unterdrückten Menschen" zum Ausdruck bringen, zu deren Sprachrohr sie sich erklärt haben. Letztendlich entführen sie bei einer Millionärshochzeit den Brautvater, um die Spaltung der israelischen Gesellschaft in Arm und Reich anzuprangern, was die Eliteeinheit unter dem Leitwolf Yaron zum Einsatz bringt.

Auch in seinem Finale bleibt der Film bei der nuancierten Zeichnung seiner Figuren und setzt nicht auf vordergründige Action. Ein vielschichtiger Film, der einerseits den sozialen Riss in diesem Land zeigt und andererseits den bewaffneten Klassenkampf als Kopfgeburt. Eine Art Sittenbild der israelischen Gesellschaft, beklemmend und düster, ohne jeden versöhnlichen Ton und ohne jede Hoffnung.

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