Der Name der Leute

Der Name der Leute

Die quirlige Bahia, Tochter einer linken Aktivistin und eines algerischen Einwanderers, und der penible Beamte Arthur, Sohn einer Shoa-Überlebenden und eines AKW-Ingenieurs, verlieben sich ineinander. Doch die aus Überzeugung promiskuitiv lebende Bahia will die Welt verändern, indem sie mit konservativen Männern schläft und diese dadurch politisch 'konvertiert'. Die offene Beziehung des gegensätzlichen Paars gestaltet sich entsprechend stürmisch. Die ebenso quirlige wie engagierte Bahia ist die Tochter einer linken Aktivistin und eines algerischen Einwanderers und trägt ihren für französische Verhältnisse eher ungewöhnlichen Namen mit Stolz. Von ihrer Mutter hat sie auch den politischen Furor geerbt, denn Bahia kämpft mit Leidenschaft für alle gerade verfügbaren Randgruppen und hat dazu einen ganz besonderen Weg gefunden, die Welt zu verbessern: Getreu dem Hippie-Motto 'Make love, not war' schläft sie mit politischen Reaktionären und Konservativen, um sie ideologisch 'umzudrehen'. Doch dann verliebt sie sich in den peniblen Beamten Arthur. Der Sohn einer Shoa-Überlebenden und eines AKW-Ingenieurs wählt zwar links, ist aber sonst in jeder Beziehung das konservative Gegenstück zu Bahia. Die offene Beziehung, die das gegensätzliche Paar eingeht, gestaltet sich entsprechend stürmisch. 'Der Name der Leute', an diesem Abend als zu sehen, ist eine selbstreflexiv-verspielte Liebeskomödie, zugleich eine Meditation über Identität, gesellschaftliche Ausgrenzung und Selbstfindung. Neben einigen Anleihen beim frühen Woody Allen bedient sich Regisseur Michel Leclerc geradezu postmoderner Erzähltechniken für seine wunderbar überdrehte Komödie. Immer wieder sprechen die Protagonisten das (Kino-)Publikum direkt an, Formatwechsel innerhalb einzelner Sequenzen werden selbstbewusst ausgestellt. Im Genrerahmen der Komödie werden dabei auch ernste Themen wie der Algerienkrieg und die französischen Massaker an der algerischen Zivilbevölkerung aufgegriffen, und doch bleibt Leclercs Film ein unterhaltsames Vergnügen.

Bewertung

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