Der Maestro aus Perm

Der Maestro aus Perm

Der griechische Ausnahmedirigent mit russischem Pass, Teodor Currentzis, wirbelt vom Ural aus die Klassikszene auf.
Teodor Currentzis liebt die Extreme und gehört derzeit zu den spannendsten Figuren der Klassikwelt. Der Mittvierziger verblüfft und gibt neue, überraschende Impulse. Das Publikum, egal ob in der Kölner Philharmonie oder dem Berliner Radialsystem, ist begeistert.
So stehen seine Musiker in der Regel beim Konzert, was natürlich Aufführung und Klang verändert. Konzertklassiker, zum Beispiel Beethovens populäre 5., die sogenannte "Schicksalssinfonie", klingen neu und unerhört.
Seine Ensembles, Sänger genauso wie die Musiker von MusicAeterna, gehen mit ihm durch dick und dünn, von Nowosibirsk nach Perm, auf Konzerte weltweit. In der Ural-Stadt hat sich Currentzis Arbeitsbedingungen ertrotzt, von denen andere träumen: Alles dient der Musik, ob nächtliche Proben oder Tanzunterweisungen für die Musiker.
Die fulminante Einspielung der drei Mozart/Da Ponte Opern bestätigt Currentzis charismatisches Können, "Così fan tutte" wurde von den Kritikern der "Opernwelt" im letzten Herbst als CD des Jahres gelobt.
Alle Wege führen nach Perm: Die Regisseurin der aktuellen "Don Giovanni"-Inszenierung gehört zur katalanischen Künstlertruppe La Fura dels Baus, die "Zerlina" singt die Griechin Fanie Antonelou, die in Stuttgart studiert hat. Der Flötist und Concerto-Köln Mitbegründer Martin Sandhoff zog extra von Köln nach Perm. Im Gegensatz zu anderen Pultstars verbringt Currentzis, der Grenzgänger, viel Zeit im eigenen Opernhaus in Perm. Beim Proben. Er treibt den Ausdruck der Musik auf die Spitze.
Am 8. April 2016 erhält der Dirigent den Kairos-Preis der Hamburger Toepfer-Stiftung, einen der höchstdotierten Kulturpreise in Deutschland. Am 3. April ist in Zürich Premiere von "Macbeth", Dirigat: Teodor Currentzis, Regie Barrie Kosky. Im Mai stehen Termine mit dem SWR Symphonie-Orchester und Patricia Kopatchinskaja, unter anderem im Kurhaus Wiesbaden an, dann Köln, Freiburg und Mannheim.

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