Der deutsche Adel (1) - Das Erbe des Kaisers

Der deutsche Adel (1) - Das Erbe des Kaisers

Sie leben mitten unter uns. Ihre Zahl wird auf 80 000 geschätzt. Sie pflegen uralte Traditionen und werden von vielen bewundert. Die deutschen Adeligen. Doch was wissen wir wirklich über den Alltag von Prinzen, Fürsten und Baronen? Wie groß ist ihr politischer und wirtschaftlicher Einfluss? Wie leben die Erben des letzten deutschen Kaisers - und was halten sie von einer Wiedereinführung der Monarchie? Für 'ZDFzeit' öffnen prominente 'Von und Zus' die Tore ihrer Schlösser und lassen den Zuschauer an Pflichten und Privilegien teilhaben. Potsdam, im August 2011: Georg Friedrich Prinz von Preußen, Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II, heiratet Sophie, eine geborene Prinzessin von Isenburg. Glaubt man den bunten Blättern des Boulevards, dann hat Deutschland wieder ein royales Traumpaar. Wäre die Geschichte anders verlaufen, wären die beiden heute Deutschlands Kaiserpaar. Ihre Hochzeit ist ein mediales Großereignis, das die Prominenz in Scharen anlockt. Etwas Vergleichbares hat es in der Geschichte der Bundesrepublik nicht gegeben. Für 'Seine Königliche Hoheit', wie Traditionalisten Prinz Georg Friedrich noch heute ansprechen, ist der Medienrummel noch ungewohnt. Er sieht sich als Privatmann, der das kulturelle Erbe der Familie verwaltet. Schon als Kleinkind wurde er designierter Chef des Hauses Preußen, als sein Vater bei einem Manöverunfall der Bundeswehr tödlich verunglückte. Mit Erreichen der Volljährigkeit übernahm Georg Friedrich die Leitung des Familienclans - mit all seinen Besitztümern und Kulturgütern, zu denen auch der Stammsitz der Familie, die Burg Hohenzollern bei Hechingen, gehört. Kein leichtes Erbe, denn das Barvermögen der einst 'ersten Familie' des Deutschen Reiches ist nach den Maßstäben des Hochadels eher bescheiden, und noch immer müssen an viele Familienmitglieder Apanagen gezahlt werden. Zum schwierigen Erbe des Prinzen gehört auch das Hausgesetz der Familie, ein Relikt aus feudalen Zeiten. Es schreibt bis heute für den Chef des Hauses Preußen eine standesgemäße Heirat - also mit einer Adeligen - vor.

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