Der Chinesische Staatszirkus: Mei Li

Der Chinesische Staatszirkus: Mei Li

Spektakulär geht es zu im Chinesischen Staatszirkus: Rund 50 Großmeister der legendären Akrobatikgruppe aus der Provinz Anhui präsentieren in ihrem neuen Programm artistische Höchstleistungen, das traditionelle und auch das moderne China. Zirkus ohne Tiere, stattdessen viel Akrobatik, Tanz und Musik. Seit nun schon über einem halben Jahr teilt der 15-jährige Zhu Wanyu sich ein kleines Hotelzimmer mit zwei anderen Artisten aus Anhui im Südosten Chinas. Der muskulöse Handstand-Akrobat ist einer der vielen Künstler, die mit ihrer einzigartigen Bühnenshow 'Mei Li' auf großer Europatournee sind. 'Meine Verwandten habe ich schon lange nicht mehr gesehen', sagt er ungerührt in die Kamera, denn seine Familie ist der Chinesische Staatszirkus. Als Zhus Vater starb, brachte seine Mutter den Fünfjährigen nach Hefei, der Provinzhauptstadt Anhuis. Dort entdeckte man sein großes Talent und schon nach kurzer Ausbildung in der ältesten Artisten-Schule gehört der ausdauernde Junge heute zu den Stars in China. Der Ursprung der darstellenden Künste in China liegt in der 'Bai Xi', übersetzt 'Hundert Künste'. Die ersten Aufzeichnungen darüber sind etwa 2.500 Jahre alt, Wandzeichnungen in alten Grabstätten berichten davon. 'Bai Xi' umfasste unter anderem Akrobatik und Theaterdramen. Die geheimnisvollen Figuren, die auch am Anfang der Show 'Mei Li' zu sehen sind, erinnern noch an diese alte Tradition. Im Unterschied zu europäischen Akrobaten leben chinesische Zirkusensembles von klein auf zusammen. Das ist wichtig, um gut als Gruppe zusammenzuarbeiten. Nur wenn man untereinander sehr vertraut ist, können extrem risikobehaftete Kunststücke ohne größere Verletzungen gezeigt werden. Wenn das Heimweh allzu groß wird, kochen die zwei chinesischen Köche, die mit der Truppe reisen, Spezialitäten aus der Heimat. Doch zu viel dürfen die Artisten nicht essen, denn die zwei Vorführungen am Tag erlauben keinen dicken Bauch ...

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