Dead Presidents

Dead Presidents

GesellschaftsdramaUSA  

Der junge Afroamerikaner Anthony Curtis wächst mit seinen Kumpels Skip und José in der New Yorker Bronx auf. Gegen den Willen ihrer Eltern heuern sie Ende der 1960er Jahre bei den Marines an und melden sich zum Kriegsdienst in Vietnam. Drei Jahre später kehren sie als gebrochene und traumatisierte Männer nach Hause zurück und versuchen ihr altes Leben aufzunehmen. Vergeblich, denn die Zeit hat nicht nur sie, sondern auch die Gesellschaft verändert. Anfang der 1970er Jahre werden Veteranen nicht mehr als Helden verehrt, sondern als Mörder beschimpft, und man meidet sie. Am Nullpunkt angelangt, beschließen die Freunde, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen und ihre Interessen mit Gewalt durchzusetzen: Ein Überfall auf einen Geldtransporter soll alle Probleme lösen und ihnen ein sorgenfreies Leben bescheren. Den damals erst 24-jährigen Zwillingsbrüdern Allen und Albert Hughes gelang mit ihrem zweiten Film 'Dead Presidents' eine überzeugende Gratwanderung zwischen ambitioniertem Sozialdrama und stilsicherem Actionfilm. Weil sie das Bild der ausgehenden 1960er und beginnenden 1970er Jahre, einer Zeit, die bestimmt war von Krieg, Gewalt und Rassismus, selbstbewusst aus afroamerikanischer Perspektive skizzierten, wurden sie als große Hoffnung des New Black Cinema gehandelt. Wie schon ihr Debüt, das zum Kult-Film avancierte Gangdrama 'Menace II Society' (1993), handelt auch 'Dead Presidents' von einer verlorenen Generation junger Afroamerikaner, deren Perspektivlosigkeit und Verzweiflung in einen alles verzehrenden Teufelskreis von Gewalt und Gegengewalt mündet.

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