Das Urteil von Nürnberg

Das Urteil von Nürnberg

Nürnberg ist weithin noch eine Trümmerstätte, als der betagte amerikanische Richter Dan Haywood (Spencer Tracy) einige Zeit nach Abschluss der Verfahren gegen die Hauptkriegsverbrecher den Vorsitz im Prozess gegen vier ehemalige NS-Juristen übernimmt. Chefankläger Lawson (Richard Widmark) nennt das Verfahren einmalig, weil den Angeklagten Verbrechen zur Last gelegt werden, die sie im Namen der damaligen deutschen Gesetze begangen haben. Unter den Angeklagten zieht Dr. Ernst Janning (Burt Lancaster) das meiste Interesse auf sich. Einst ein renommierter Jurist, bleibt er auf der Anklagebank lange stumm. Richter Haywood bemüht sich um ein korrektes Verfahren; mehr als einmal weist er den Ankläger in seine Schranken, umgekehrt lässt er nicht zu, dass der deutsche Verteidiger Hans Rolfe (Maximilian Schell) den Zeugen während ihrer erschütternden Aussagen allzu hart zusetzt. Haywood will die Mentalität der Deutschen verstehen und sich ein Bild davon machen, wie es zu all den schrecklichen Geschehnissen kommen konnte; dabei hilft ihm die Begegnung mit der Generalswitwe Bertholt (Marlene Dietrich), deren Mann nach dem Krieg zum Tode verurteilt wurde. Als Dr. Janning sein Schweigen endlich bricht, erreicht der Prozess seinen dramatischen Höhepunkt. Den historischen Hintergrund des Films bilden die 13 Kriegsverbrecherprozesse, die 1946 bis 1948 in Nürnberg stattfanden. Die eigentliche Handlung konzentriert sich auf den NS-Juristen-Prozess, bei dem man die Angeklagten u.a. der vorsätzlichen Rechtsbeugung im Dienst der Tyrannei beschuldigte und ihnen vorhielt, in Tausenden von Fällen Todesstrafen verhängt zu haben. Dabei ging es Regisseur Stanley Kramer und Drehbuchautor Abby Mann nicht um eine authentische Wiedergabe des Prozessverlaufs, sondern um eine Typisierung der Beteiligten. Maximilian Schell wurde durch seine Darstellung des deutschen Verteidigers zum Weltstar und mit einem Oscar sowie dem New Yorker Filmkritikerpreis ausgezeichnet; Spencer Tracy und Judy Garland, die eine Zeugin spielte, erhielten ebenfalls Preise.

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