Das muss ich jetzt haben

Das muss ich jetzt haben

Getrieben vom 'Teufel in meinem Kopf' haut Manuela H. mit zittrigen Fingern in die Tastatur. Die Jacke bei 'eBay', die muss es sein, obwohl schon 20 im Schrank hängen. Die 33-jährige Angestellte einer IT-Firma gehört zu etwa einer Million Kaufsüchtiger in Deutschland, die sich in die Armut kaufen. Kleidung, Schmuck, Autos und Möbel haben sie in den Ruin getrieben. Die Eltern halfen ihr, aber sie musste versprechen, keine Schulden mehr zu machen. Sie hat es gebrochen, die Sucht war stärker. Jetzt können die Eltern ihr nicht mehr helfen, weil sie selbst verarmt sind. Auch Torsten L., Arztsohn aus gutbürgerlichem Hause, war kaufsüchtig: Der Schulversager lernte Fleischer und wurde am Arbeitsplatz gemobbt. Zum Ausgleich schaffte er sich wöchentlich neue Hightechgeräte an. Fernseher, Stereoanlagen, Computer, Gitarren und sogar Registrierkassen gehörten zu den begehrten Objekten seiner Kaufsucht. Manches doppelt und dreifach. 'Ich konnte das gar nicht mehr steuern, ich musste einfach alles haben', sagt er heute mit über 100.000 Euro Schulden auf dem Konto. Unter Kontrolle bekam er den Kaufzwang erst, als seine Lebenspartnerin einen strengen Haushaltsplan einführte und der kleine Sohn auf die Welt kam. 'Seitdem sind alle meine Gefühle bei ihm'. Die Dokumentation 'Das muss ich jetzt haben' porträtiert Kaufsüchtige, hinterfragt die Ursachen der Krankheit und sucht nach Auswegen aus der Abhängigkeit.

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