Das Blaue Sofa: Bauen für die Kunst - Stararchitekten diskutieren über Kulturbauten heute und morgen

Das Blaue Sofa: Bauen für die Kunst - Stararchitekten diskutieren über Kulturbauten heute und morgen

3sat Live-TV 3sat Gestern, 23:15 - 00:00 Uhr
KulturtalkA 45 Minuten 

In der James-Simon-Galerie, dem Besucherzentrum der Berliner Museumsinsel, lädt "Das Blaue Sofa" fünf internationale Star-Architekten zur Diskussion. Es moderiert Vivian Perkovic.

Kurz vor der Eröffnung des Berliner Humboldt-Forums am 30. November und der bevorstehenden Grundsteinlegung zum Museum der Moderne sprechen David Chipperfield, Jacques Herzog, Regine Leibinger, Franco Stella und Hans-Günter Merz über "Kulturelles Bauen".

Die James-Simon-Galerie ist eines der herausragenden kulturellen Neubauprojekte Berlins. Benannt nach dem bedeutenden jüdischen Unternehmer und Kunstmäzen Henri James Simon, hat sein Architekt David Chipperfield einen Bau geschaffen, der gleichsam die Visitenkarte des einmal größten Universalmuseums der Welt sein soll. Millionen von Besuchern werden in den kommenden Jahrzehnten die James-Simon-Galerie betreten, um dann von hier aus ihren Weg zu den verschiedenen Sammlungen der Museumsinsel anzutreten. Der Anbau ist nicht nur von zentraler Bedeutung für die Infrastruktur der Museumsinsel, sondern ein optisches Erkennungsmerkmal der Stadt - und wirft so die grundsätzliche Frage auf, wie wir als Gesellschaft unsere kulturellen Bauwerke definieren - für die Gegenwart aber auch für die Zukunft.

Wie positionieren wir uns als Kulturnation nicht nur im nationalen, sondern auch im globalen Umfeld, wo das Renommee von Bauwerken und das Prestige ihrer Architekten als entscheidender Standortfaktor gelten? Wie gehen wir mit unserem architektonischen Bestand um, und nach welchen Maßstäben entwickeln wir kulturelles Bauen und unser Architektur-Erbe weiter? Worin liegt das deutsche Alleinstellungsmerkmal in Konkurrenz zu London, Paris, New York und den asiatischen Metropolen? Wie tragen wir als Gesellschaft den Ideen-Diskurs aus, und wie wichtig ist ein breiter Konsens bei Bauwerken überregionaler Bedeutung? Wie vertretbar sind Neuentwürfe heute noch, in Anbetracht explodierender Kosten und vielfacher gesellschaftlicher Skepsis um Prestigebauwerke? Und für welche Zeiträume überhaupt wird heute geplant und gebaut - und ist ein spektakuläres Gebäude von heute auch in 100 Jahren noch von Bedeutung?

Nicht erst der jahrelange, fast ideologisch ausgetragene Streit um den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses und die Proteste gegen den Bau der Hamburger Elbphilharmonie haben gezeigt, wie dringlich ein öffentlicher Diskurs über diese Fragen ist.

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Mitwirkende

  • Moderation Vivian Perkovic