Claus Peymann inszeniert König Lear in Stuttgart

Claus Peymann inszeniert König Lear in Stuttgart

Claus Peymanns Karriere begann stilecht mit einer "Publikumsbeschimpfung". Die Uraufführung von Peter Handkes gleichnamigem Drama machte den Regisseur 1966 mit einem Schlag bekannt. Er hatte die Studentenrevolte auf die Bühne gebracht - das Fernsehen war dabei. 1974 wird der streitbare Regisseur Claus Peymann Schauspieldirektor in Stuttgart. Er wird vom Publikum innig geliebt und von der Politik noch heftiger kritisiert. Das sozialdemokratische Bochum und das ehrwürdige Wiener Burgtheater sind die nächsten Stationen von Peymann.

Nach der Wiedervereinigung wechselte Peymann, dem das Theater die Familie ersetzt, in den Osten der Republik ans legendäre "Berliner Ensemble". 2017 trat der 80-Jährige von seinem Posten zurück.

2018 inszeniert Peymann in Stuttgart Shakespeares "König Lear", das Drama vom abdankenden König, der sein Reich unter die Erben verteilt ... und daran zerbricht.

Der Regisseur Andreas Ammer spricht mit Zeit- und Weggenossen von Claus Peymann wie Harald Schmidt oder seinem langjährigen Mitstreiter Herrmann Beil. Er stöbert verborgene Archivschätze - wie ein ungesendetes Interview mit Thomas Bernhard - auf, besucht mit Peymann in einem emotionalen Moment die Gräber der RAF-Terroristen und erzählt auf neue Weise das an Skandalen und Erfolgen reiche Leben des Theaterberserkers Claus Peymann ... vielleicht der Letzte seiner Art.

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