Bomben auf Hessen

Bomben auf Hessen

Der Zweite Weltkrieg kehrt fürchterlich nach Deutschland zurück. Jedes Bombardement ist ein Strafgericht. Menschen und ihre Städte verbrennen. Auch in hessischen Orten geht zwischen 1941 und 1945 die Welt zugrunde. Britische und amerikanische Bomber machen keinen Unterschied zwischen Städtern und Bauern. Im Bombenhagel sterben Nazis ebenso wie Nazigegner, Zwangsarbeiter ebenso wie ihre Aufseher, überzeugte Hitlerjungen ebenso wie Edelweißpiraten. Auch zwischen der Wohnung einer am Morgen abtransportierten jüdischen Mutter, dem Haus eines nordhessischen Gärtners oder dem Sitz der örtlichen Gestapo unterscheidet das 'moral bombing' der Alliierten nicht. Wer davon gekommen ist, kann von den Stunden im Keller erzählen, von den Sirenen, den Feuerstürmen, von den Leichen der Nachbarn, aber auch vom Alltag der Zeit davor. Die Dokumentation 'Bomben auf Hessen' beleuchtet die verheerenden Luftangriffe auf Kassel und Rüsselsheim, die Zerstörung der Edertalsperre und den Bombenhagel auf Frankfurt und Hanau. Dabei ist der Film mehr als eine Chronologie des Schreckens. Autor Eckhard Mieder zeichnet zugleich das Bild dieser Städte und Dörfer vor der Zerstörung. Zeitzeugen erzählen über ihr Leben vor, während und nach den Angriffen. So unterschiedlich wie das Leben bis zum Bombeneinschlag war auch das Leben danach. Edith Erbrich aus Frankfurt wurde gleich zweimal ausgebombt. Doch nach dem Bombardement war der Schrecken nicht vorbei. Sie wurde noch 1945, kurz vor Kriegsende, gemeinsam mit ihrer Schwester als Jüdin nach Theresienstadt deportiert. Auch Wolfgang Breckheimer wurde ausgebombt. Der Sohn einer jüdischen Mutter, die die Deportation nicht überlebte, ging in den Widerstand und schloss sich in Frankfurt den Edelweißpiraten an. Häufig aber schweißten die Bomben die 'Volksgemeinschaft' nur noch enger zusammen.

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