Bloch: Die Geisel

Bloch: Die Geisel

Ministerin Marianne Herbst wurde bei einer Dienstreise in Mittelamerika entführt und erst nach einem Jahr Geiselhaft befreit. Wieder in Deutschland, scheint sie ihr traumatisches Erlebnis verarbeitet zu haben. Durchsetzungsfreudig wie vorher ist sie ins Ministerium zurückgekehrt und versucht, auch daheim mit ihrem Mann und den beiden Kindern den Alltag wie vorher fortzuführen. Doch in manchen Situationen verliert sie aus heiterem Himmel völlig die Beherrschung. Das irritiert sie selbst und beunruhigt ihre Umgebung. Von Bloch möchte sie Hilfe. Allerdings wehrt sie sich auch bei ihm dagegen, über ihre Geiselhaft zu reden. Doch durch ihre Unbeherrschtheit wird Marianne Herbst angreifbar. Sie gerät zunehmend unter Druck, im Amt wie in ihrer Familie. Erkennend, dass Marianne Herbsts Familiensituation nicht erst seit kurzem aus dem Gleichgewicht geraten ist, bezieht Bloch ihren Mann und die Kinder in die Therapie mit ein. Als dann der Anführer der Terroristen gefasst wird, gerät die Ministerin in Panik und kann gar nicht mehr anders, als ihr ganzes Vertrauen in Bloch zu setzen. Blochs therapeutische Fähigkeiten werden bei seinem 18. Fall von einer Patientin gefordert, die mit aller Macht verdrängen und vergessen will. Doch der anstrengende und letztlich vergebliche Versuch seiner Patientin, Erlebnisse und Handlungen abzuspalten, lässt den Psychotherapeuten nur umso deutlicher erkennen, dass dahinter auch die Krise eines Paares steckt. Elmar Fischer setzte den Fall nach einem Drehbuch von Jörg Tensing suggestiv in Szene und gab Claudia Michelsen den Raum zu dem eindringlichen Porträt einer starken Frau unter großem Druck.

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