Berlin Alexanderplatz - Beobachtungen bei Dreharbeiten

Berlin Alexanderplatz - Beobachtungen bei Dreharbeiten

Vom September 1979 bis Frühjahr 1980 beobachtete Hans-Dieter Hartl mit seinem Team die Dreharbeiten zu Rainer Werner Fassbinders 14-teiliger Fernsehadaption von Alfred Döblins 'Berlin Alexanderplatz'. Döblins legendärer Großstadtroman hatte den Filmemacher seit seiner Jugend beschäftigt. 'Berlin Alexanderplatz' sollte zu Fassbinders zentralem Werk und einer Sternstunde der deutschen Fernsehgeschichte werden. Nicht zuletzt durch den frühen Tod Fassbinders hat Hartls Film zeithistorischen Wert. München Geiselgasteig, das Bavaria-Gelände, im Frühherbst 1979: Seit 50 Tagen arbeitet Rainer Werner Fassbinder, mit 35 Jahren und mehr als 30 Filmen der produktivste Vertreter des 'Neuen Deutschen Films', an einem Projekt, das ihn seit seiner Jugend beschäftigt hat: Alfred Döblins 'Berlin Alexanderplatz'; die Geschichte des ehemaligen Transportarbeiters Franz Biberkopf, der, aus dem Gefängnis entlassen, ein Leben als anständiger Mensch führen will. Doch Biberkopf zerbricht an seiner Umwelt, dem Berlin der späten 1920er-Jahre. Für Fassbinder war 'Berlin Alexanderplatz' ein ungemein persönliches Projekt, in dem er einen 'riesige(n) Teil meiner selbst, meiner Verhaltensweisen, meiner Reaktionen - viel eben, das ich für mich, für mich selbst, gehalten habe' wiederfinden konnte, denn 'in allem, was ich bisher gemacht habe, gibt es Figuren wie eben Franz Biberkopf.' Fassbinders 14-teilige Fernsehadaption setzte den legendären Großstadtroman, seinen Rhythmus und seinen collagenhaften Stil kongenial um. Hans-Dieter Hartl begleitete die aufwändigen Dreharbeiten zu 'Berlin Alexanderplatz' von September 1979 bis Frühjahr 1980, Außenaufnahmen in Glonn ebenso wie auf dem Set der Bavaria, wo bis zu 300 Statisten zum Einsatz kamen. Deutlich wird der Einfluss von Fassbinders Mitarbeitern, speziell Kameramann Xaver Schwarzenberger, auf die Gestaltung einzelner Szenen.

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