Australien - Quer durch das heiße Herz

Australien - Quer durch das heiße Herz

Radio Bremen TV Live-TV Radio Bremen TV 28.09., 13:15 - 14:00 Uhr
DokureiheAUS / D 201245 Minuten 

Neun von zehn Australiern leben in den großen Städten des Landes. Das Outback, das riesige, "heiße Herz" des Kontinents, ist dagegen fast menschenleer. Aber diejenigen, die hier leben, sind echte Typen.

Der Film begleitet die Lkw-Fahrer Rick und Vicki Foote, ein Ehepaar, das seit zwölf Jahren einmal wöchentlich ganz Australien von Süd nach Nord und retour durchquert: 5.400 Kilometer. Einer fährt, der andere schläft. Die "Truckies", so heißen Lkw-Fahrer in Australien, sind über 1.000 Mal den Stuart Highway von Adelaide im Süden bis Darwin im Norden hinauf- und wieder heruntergefahren.

Der Stuart Highway ist in Australien ähnlich von Mythen umrankt wie die Route 66 in den USA. Erst seit Mitte der 1980er-Jahre ist die Straße asphaltiert. Aber der Highway birgt noch immer Gefahren, z. B. Buschbrände und sogar große Überflutungen nach den seltenen Regenfällen. Rick liebt diese Straße: "Wir haben Trucks in buchstäblich jede größere Stadt Australiens gefahren, aber das hier ist die beste Tour, die es gibt: der Stuart Highway! Diese Straße hat irgendwas, du willst sie nicht mehr verlassen."

Rick and Vic fahren einen riesigen Road-Train. Er ist 54 Meter lang, zieht 130 Tonnen und kostet über eine Million Dollar. Zum Vergleich: Die derzeit viel diskutierten europäischen Gigaliner sind maximal 25 Meter lang. Ohne die "Kings of the Outback" genannten größten Lkw der Welt könnten die winzigen Ortschaften und die Menschen auf den entlegenen Farmen im "heißen Herz" Australiens nicht überleben.

Rick and Vic durchqueren das Outback und bringen drei randvoll mit frischen Lebensmitteln gefüllte Anhänger zu Supermärkten im Norden, wo es kaum Industrie gibt. Jeder Joghurt wird erst 2.700 Kilometer gekühlt durch die Halbwüste gefahren, ehe er in Darwin und Umgebung verkauft werden kann. Vicki fährt seit 30 Jahren Road-Trains, anfangs war es schwer: "Damals gab es sehr viele Machos und kaum Frauen in dem Job, wahrscheinlich hättest du sie an den Fingern abzählen können. Die Männer wollten uns nicht in ihrer Welt. Sie haben es uns wirklich schwer gemacht."

Unterwegs gibt es eine Begegnung mit einem deutschen Abenteurer, der seit 43 Jahren die Wüste unter dem kleinen Ort Coober Pedy auf der Suche nach Opalen durchstöbert. In Alice Springs begleitet das Filmteam das ungewöhnlichste Bootsrennen der Welt, bei dem die Teilnehmer mit einer Bootsattrappe durch das völlig ausgetrocknete Flussbett des Todd River um die Wette rennen.

Ein fliegender Postbote nimmt die Crew mit auf seine wöchentliche Tour zu zehn extrem entlegenen Farmen. Die Aborigine Margret vom Stamm der Jawoyn führt das Filmteam zu den ältesten Zeichnungen der Menschheit, die ihre Vorväter an Höhlenwände gemalt haben. Beim "Mustering cattle" treibt der verwegene Farmer Ben Tapp seine Rinder mit einem winzigen Helikopter zusammen, die Kamera ist bei seinen wahnwitzigen Flugmanövern dabei.

Die Truckies Rick und Vic haben das Filmteam mitgenommen, obwohl sie auf ihrem wöchentlichen Trip unter massivem Zeitdruck stehen. Sie wollten zeigen, warum ihnen bei ihrem Job quer durch Australien nie langweilig wird: Die Szenerie ist grandios, und nachts sorgen Kängurus, Kühe und Kamele auf der Straße für ausreichend Aufregung.

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