Auf der anderen Seite

Auf der anderen Seite

Der türkische Immigrant Ali (Tunçel Kurtiz) ist pensioniert und verwitwet. Aus Einsamkeit will er die ebenfalls türkischstämmige Prostituierte Yeter (Nursel Köse) dafür bezahlen mit ihm zu leben. Alis Sohn Nejat (Baki Davrak), ein Germanistikprofessor, ist von diesem Arrangement alles andere als begeistert. Doch als er Yeter kennen lernt und erfährt, dass diese ihr hart verdientes Geld in die Türkei schickt, um ihrer Tochter ein Studium zu ermöglichen, ist er beeindruckt von der Frau. Eines Tages schlägt der eifersüchtige Ali Yeter, und diese stürzt so unglücklich, dass sie stirbt. Ali wird verhaftet, und sein Sohn Nejat wendet sich endgültig von ihm ab. Um die Tat zu sühnen, reist er in die Türkei, denn er fühlt sich verantwortlich für Yeters Tochter Ayten (Nurgül Yesilçay). Doch diese ist bereits aus der Türkei geflohen, wo sie als politische Aktivistin auf der Fahndungsliste steht. In Deutschland begibt sie sich auf die Suche nach ihrer Mutter und findet Unterschlupf bei der Studentin Lotte (Patrycia Ziolkowska) und deren Mutter Susanne (Hanna Schygulla). Wie in seinen bisherigen Filmen geht es dem in Hamburg aufgewachsenen Fatih Akin auch in Die andere Seite um kulturelle, moralische und politische Widersprüche zwischen der Türkei und Deutschland, welche die Generation der Secondos prägen. Dabei verfolgt der komplex ineinander verschachtelte Episodenfilm ständig den Gedanken, dass - wo auch immer der eigene Standpunkt ist - es auch eine andere Seite gibt. Seit seinem ersten, wuchtigen Film Kurz und schmerzlos (1998) und besonders auch seit dem Berlinale-Gewinner Gegen die Wand (2004) wurde Fatih Akin von den Kritikern mit dem jungen Fassbinder verglichen. Als Hommage an den grossen Regisseur hat Akin in Die andere Seite dessen Lieblingsschauspielerin Hannah Schygulla wieder einmal vor die Kamera geholt, die besonders beeindruckend eine trauernde Mutter spielt.

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