Arme Reiche

Arme Reiche

Gesellschaft und Soziales 

Die Wissenschaft hat sich bisher immer auf das Thema Armut konzentriert - die Reichtumsforschung ist noch eine sehr junge Disziplin. Doch gibt es über Reiche weniger Daten als über die Armen.

Wie wird Reichtum gemessen und definiert? Machen Reichtum und Geld glücklich? Was bewirkt Reichtum in einer Gesellschaft - motiviert er oder spaltet er? Welche Chancen und Risiken birgt die Konzentration von Vermögen in wenigen Händen für eine Demokratie?

Der Vermögensforscher Thomas Druyen von der Sigmund Freud Privatuniversität Wien hat die bislang einzige quantitativ-wissenschaftliche Erhebung zum Thema Reichtum und Vermögen erstellt, in der ausschließlich vermögende Personen befragt worden sind. In seiner Studie hat er fast 500 Reiche in Deutschland interviewt, deren Netto-Vermögen durchschnittlich 2,3 Millionen Euro beträgt.

Dass Reichtum nicht unbedingt glücklich macht, zeigt sich in den USA. Dort gibt es mittlerweile die ersten Selbsthilfegruppen für Millionäre. Denn neben Verlustängsten treibt Reiche auch die Angst um, ihr Umfeld könnte mehr an ihrem Geld interessiert sein als an ihnen selbst.

Die Verhaltensökonomin Professor Dr. Hannah Schildberg-Hörisch von der Universität Bonn untersucht, wie sich Reichtum und Armut auf die Persönlichkeit auswirken. Reiche Menschen sind häufig risikobereiter und offener für Neues. Mit verschiedenen verhaltensökonomischen Experimenten untersucht Hannah Schildberg-Hörisch, wie sich Kinder aus unteren Schichten entwickeln, wenn sie regelmäßig Mentoren treffen und von ihnen entsprechend gefördert werden. Fazit: Ihre Persönlichkeit verändert sich, sie werden geduldiger, können besser vertrauen und haben bessere Chancen auf ein erfolgreiches Leben.

Die Wissenschaftsdokumentation "Arme Reiche" erkundet die abgeschottete Welt der Reichen und präsentiert die überraschenden Erkenntnisse der Reichtumsforschung.

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