Anja Silja

Anja Silja

Kaum eine andere Opernsängerin hat es geschafft, trotz jahrzehntelanger Karriere, auch noch im Alter das Publikum mit ihrer Stimme und Interpretationskunst so zu begeistern. Allen beruflichen und privaten Krisen zum Trotz. Nur der Gesang ist Anja Silja geblieben, um als Sängerin und als Mensch zu bestehen. Mit 27 kehrte sie den Bayreuther Festspielen bereits den Rücken -gewöhnlich ein Alter, in dem andere Sängerinnen erst anfangen, in die Wagner-Figuren hineinzuwachsen. Ihr Leben ist geprägt von großen Gefühlen und schmerzenden Verlusten: Im Alter von 28 Jahren war sie bereits zweifache Witwe. Ihre Liebe zum großen Bayreuther Opernregisseur und Bühnenbildner Wieland Wagner wurde von der Boulevardpresse ausführlich zerrissen. Als Wagner sich nach Jahren des Zögerns von seiner Frau trennen will, stirbt er. Anja Silja singt weiter. Das Leben wiederholt sich, sie wird erneut das letzte Glück eines Mannes: Nur wenige Monate haben sie gemeinsam, dann stirbt auch der Dirigent André Cluytens. Ihre Beziehung zu Christoph von Dohnányi, ebenfalls Dirigent und Intendant, hält 25 Jahre. Mit ihm hat sie drei gemeinsame Kinder. Dann kommt die Scheidung, es folgen Affären und Enttäuschungen. Heute ist das Singen für sie zur Notwendigkeit geworden, um zu überleben. Sie hält sich an ihrer Stimme fest, um nicht in ihren Stimmungen unterzugehen. Auf der Bühne probt sie den Ernstfall für das Leben. Der Film begleitet das Stimmwunder Anja Silja bei ihrer Probenarbeit, der sie wie eh und je auch in der neuen Spielzeit auf nationalen und internationalen Bühnen nachgeht. Als Kabanicha in der Aufführung von 'Katja Kabanova' im Theater an der Wien, als Küsterin in 'Jenufa' und als Gräfin in 'Pique Dame' an der Wiener Staatsoper. Die Filmemacher sind auch bei Anja Siljas erstem Liederabend mit Liedern von Rachmaninow und Mussorgski dabei, den sie nach mehr als 50 Bühnenjahren gibt - der Beginn einer vierten Karriere?

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