Abschlepper für schwere Fälle

Abschlepper für schwere Fälle

23 Uhr, minus zwei Grad - Benny Richter arbeitet am liebsten nachts. "Da ist es ruhiger und ungefährlicher", sagt er. "Tagsüber musst du immer aufpassen, dass dich keiner platt fährt, da sind zu viele Autos unterwegs." Mit seinem 500 PS starken riesigen Abschleppwagen kurvt er durch Offenbach. Die Polizei hat den 35-Jährigen mit seinem Bergungstruck in die Buchhügelallee bestellt. Dort steht ein Reisebus im Halteverbot. "Der muss weg", sagen die Beamten von der Stadtpolizei. "Busse im Halteverbot - das kommt selten vor", sagt Benny Richter. Der Strafzettel und die Abschleppgebühr werden ziemlich teuer. Fast 900 Euro muss der Fahrer zahlen, wenn er seinen Bus wieder haben möchte. Fast eine Stunde dauert es, bis der Wagen am Haken hängt. "So einen abzuschleppen ist richtig aufwändig", sagt der Abschlepper und fährt los, quer durch die Offenbacher Innenstadt. Jede Kurve ist eine Herausforderung. 25 Meter sind LKW und Bus lang. Nach einer Stunde ist er angekommen bei einem der größten Bergungsunternehmer im Rhein-Main-Gebiet. 50 Mitarbeiter sind hier beschäftigt - fast nur Männer. Im Hof stehen riesige Abschlepptrucks. "Die brauchen wir für schwere Unfälle auf der Autobahn", sagt er und stellt den Bus zwischen Autos und Lastwagen, die von Polizei und Staatsanwaltschaft sichergestellt wurden. "Die meisten waren in einen schweren Unfall verwickelt", sagt der Offenbacher. "Hier stehen aber auch Autos von Drogendealern und Autodieben", fügt er hinzu. Mehr als 2.000 Autos und 100 LKW transportieren er und seine Kollegen jeden Monat. Plötzlich ein Anruf von der Zentrale. Schwerer LKW-Unfall bei Rodgau. Er setzt sich wieder in seinen riesigen Bergungstruck und fährt los. Was wird ihn erwarten?

Bewertung

0,0   0 Stimmen