Abgestempelt!? Hans Sarpei will's wissen

Abgestempelt!? Hans Sarpei will's wissen

Gesellschaft und Soziales 

Am 9. November 1989 lagen sich die Deutschen in den Armen und feierten den Fall der Mauer. Die Wiedervereinigung des zuvor über vier Jahrzehnte geteilten Landes wurde im folgenden Jahr vollzogen. Heute, fast 30 Jahre nach der Deutschen Einheit, scheint es wieder eine Mauer zwischen Ost und West zu geben - eine Mauer in den Köpfen. Klischees und Verletzungen bestimmen die Diskussion, die Stimmung scheint aufgeheizt. 30 Jahre nach dem Mauerfall will Hans Sarpei herausfinden, wie viel Wahrheit wirklich in den Vorurteilen steckt. Stimmt es zum Beispiel, dass der Osten voller Nazis ist? In der sächsischen Stadt Ostritz wagt sich der ehemalige Schalke-Profi in die "Höhle des Löwen" und besucht ein Neonazi-Festival. Schon auf dem Weg zum Gelände schlägt Sarpei der pure Hass entgegen. Aber er lernt auch ein anderes Ostritz kennen: Der 33-jährige Thomas und die fünffache Mutter Antje kämpfen seit Jahren gegen Rechts und wollen vor dem Nazi-Mob nicht einknicken. Ein weiteres gängiges Klischee: Der Westen ist reich, der Osten arm. Sarpei beweist das Gegenteil! Unter anderem besucht er die marodeste Schule Deutschlands - und die liegt im Westen. Zwischen Oder und Rhein trifft der Ex-Kicker viele Menschen, die ihre ganz persönliche Geschichte mit ihm teilen. So begegnet er Stasi-Opfer Mario (52), der in Hohenschönhausen im Gefängnis saß und froh ist, heute in Freiheit zu leben. Sein Gegenpart heißt Andreas. Er ist geborener Wessi, unterhält in Bochum ein DDR-Museum und wünscht sich nichts sehnlicher als die Mauer zurück. Schließlich trifft Sarpei in Magdeburg Holger Beeck (60), den Vorstandsvorsitzenden von McDonald's Deutschland, der alles andere als ein "Jammerossi" ist. Sein Credo lautet: ""Jeder kann es schaffen, auch ein Ossi!"

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