100 Jahre Pfadfinder

100 Jahre Pfadfinder

BildungsprogrammCH  

Jeden Samstag ziehen zahllose Buben und Mädchen begeistert in den stadtnahen Wald, um ihre Übungen durchzuführen. Mit glänzenden Augen und geröteten Backen bestehen sie ihre Abenteuer und kommen mit der Natur in Kontakt. Autonom und ohne lästige Kontrolle durch Erwachsene lernen Jugendliche bei den Pfadfindern Verantwortung zu übernehmen, Grenzen zu erproben und in einer engen Gemeinschaft zu leben. Auf diese Weise erwerben sie spielerisch wichtige Sozialkompetenzen. Die Pfadi gilt deshalb als Lebensschule und als Vorbereitung auf die Rolle als aktives Mitglied der Gesellschaft. Die Schweiz ist ein klassisches Pfadiland und für die weltweite Pfadfinderbewegung von besonderer Bedeutung, weist sie doch mit den internationale Zentren in Kandersteg (Männer) und Adelboden (Frauen) sowie dem World Scout Bureau in Genf gleich mehrere wichtige Teilorganisationen auf. 'Spuren der Zeit' rollt die Geschichte der schweizerischen Pfadfinderbewegung auf und befragt diverse Zeitzeugen. Heute ist beispielsweise kaum mehr bekannt, dass die Pfadi während des Zweiten Weltkriegs Seite an Seite mit den Soldaten wichtige militärische Hilfsdienste als Flugbeobachter und Nachrichtenüberbringer leisteten oder später dann die Betreuung von Flüchtlingskindern übernahmen. Zahlreiche bis anhin unveröffentlichte Archivaufnahmen mit teilweise pittoreskem Charakter lassen diese Jahre neu auferstehen. Der Historiker und Filmemacher Alain Godet wirft auch einen Blick auf den aktuellen Pfadibetrieb von heute, besucht ein Pfingstlager im Laufental und ist an der 100-Jahrfeier, dem Scouting's Sunrise, am 1. August am Oeschinensee mit dabei. Dort nehmen Vertreter der Bundesleitung Stellung zum spürbaren Mitgliederschwund sowie der Konkurrenzierung der Pfadfinder durch Computergames und Fussballklubs. Trotzdem kann der schweizerische Pfadfinderbund dank neuen Mitgliederstrategien und der verstärkten Integration von Ausländerkindern optimistisch in die Zukunft blicken.

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