100 Jahre Leuna

100 Jahre Leuna

Merseburg, 1916: Mit der Grundsteinlegung für das Ammoniakwerk beginnt die Geschichte der Leuna-Werke, eine Industriegeschichte, die ihresgleichen sucht. Die schnell wachsenden Fabrikanlagen zur Produktion chemischer Stoffe veränderten in den kommenden Jahrzehnten die ganze Region. Die Produkte Sprengstoff, später Düngemittel, Braunkohle-Benzin und Polyethylen spielten in der Geschichte des 20. Jahrhunderts über Deutschland und Europa hinaus eine wichtige Rolle.
Mirko Drotschmann präsentiert in einem Zeitreise Spezial die Geschichte des Industriestandtortes Leuna und die Geschichte einer ganzen Region, die wie keine andere von der Chemie-Industrie geprägt wurde.
Ammoniak und Salpeter, synthetisches "Leuna-Benzin" erzeugt in damals modernsten Hochdruckanlagen, in den dreißiger Jahren wurden aus den exportorientierten Chemie-Unternehmen der I.G. Farben Unterstützer und Mittäter der Nationalsozialisten.
Nach dem Krieg galt die Parole "Chemie gibt Wohlstand, Brot und Schönheit", die "Chemisierung der Volkswirtschaft" sollte vorangetrieben werden. "Plaste und Elaste aus Schkopau" wurde ebenso ein DDR-Markenzeichen wie "Agfa"- und später "Orwo", mit fatalen Folgen für die Umwelt.
Schkopau, Leuna, Wolfen, Bitterfeld, Piesteritz, die Wende 1989 bedeutete für das Chemierevier regelrecht das Aus. Arbeitslosigkeit, Abwicklung und Abriss bedrohte die gesamte Region. Doch heute wird hier wieder mit hochmoderner Technik erfolgreich produziert. Allein in Leuna gibt es heute wieder rund 9.000 Arbeitsplätze.
"Buna, Leuna & Co." erzählt die Geschichte des Chemiedreiecks von den Anfängen der Teerfarben-Chemie vor dem ersten Weltkrieg über die Ära der "I.G. Farben" und ihrer Verstrickung in die Verbrechen des Nationalsozialismus bis zur sozialistischen Chemieindustrie, die mit "Plaste & Elaste" den Sozialismus zum Sieg führen wollte.

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