Huub Stevens über den Schalker Abstiegskampf: "Die Mannschaft hat es jetzt verstanden"

18.04.2019 - 14:21 Uhr

Huub Stevens sieht seine Mannschaft bereit für die entscheidenden Wochen - und erzählt eine bemerkenswerte Anekdote aus seiner Stuttgarter Zeit.

Die Fans sind auf den Barrikaden, die Kritiker lästern über den "schlechtesten" Fußball in der Bundesliga: Für Huub Stevens ist der schwerste Job seines Lebens nicht leichter geworden. Der Niederländer kämpft bei seinem Herzensklub Schalke 04 an vielen Fronten, um das Horrorszenario zu verhindern. Der Abstieg "wäre ein Drama", sagt der 65-Jährige im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID): "Puh, dann würde sich hier viel ändern. Deshalb sage ich: Wenn jetzt noch nicht jedem bewusst ist, um was es geht, dann verstehe ich die Welt nicht mehr."

Vor dem Heimspiel am Samstag (20.30 Uhr im LIVE-TICKER) gegen die TSG Hoffenheim hat der abgestürzte Vizemeister zwar sechs Punkte Vorsprung vor dem Relegationsplatz. Doch nach der abstiegsreifen Leistung beim 1. FC Nürnberg (1:1) ist die Lage prekärer, als es die Tabelle aussagt. Die Anhänger wollten außer Torwart Alexander Nübel "alle gehen" sehen. Die Experten Matthias Sammer und Stefan Effenberg attestierten den Königsblauen "Kinderfußball" und "das Schlechteste, was die Liga zu bieten hat". 

Schalke 04: Huub Stevens sieht "die richtigen Signale"

Stevens, der am 15. März als Nachfolger des gescheiterten Domenico Tedesco zum dritten Mal das Traineramt auf Schalke übernommen hat und danach vom "schwersten Job, den ich je hatte" sprach, sieht zwar bei seinen Spielern "die richtigen Signale". Er weiß aber auch um die Gefahren. "Wenn die Fans richtig gegen dich wären, dann käme eine Wucht auf dich zu, mit der keine Mannschaft wirklich gut umgehen könnte", warnt der Trainer und appelliert trotz aller Enttäuschung an die Unterstützung des Anhangs.

Dass die von Ex-Manager Christian Heidel teuer zusammengekaufte Mannschaft zuletzt wie ein Absteiger spielte, sei "eher Kopfsache" als eine Frage der Qualität. Die Spieler säßen "in ihrer Kapsel und kommen da nicht raus. Sie machen Sachen, die sie gut finden, aber die vielleicht nicht gut sind". Mit disziplinarischen Maßnahmen wie der Verbannung von Nabil Bentaleb und Hamza Mendyl in die U23 hat Stevens versucht, die Spieler auf Linie zu bringen: "Ich denke, dass die Mannschaft es jetzt verstanden hat."

Beim VfB Stuttgart war Stevens einst als "Affentrainer" erfolgreich

Disziplin allein reiche aber nicht, auch "Spaß gehört dazu", sagt Stevens und erzählt eine Anekdote aus dem Abstiegskampf mit dem VfB Stuttgart. Damals nannte er seine Spieler "Affen", weil sie im Training nach einem Sieg die richtige Einstellung vermissen ließen. Als einige den Sieg im nächsten Spiel mit einem "Affentanz" feierten, fand Stevens die Reaktion "super". Er habe seinem Zeugwart gesagt: "Hol ein Affenkostüm in deiner Größe!"

Beim Frühstück am nächsten Morgen "kam er tanzend als Affe rein und hat allen eine Banane hingelegt", berichtet Stevens lachend: "Das nächste Spiel haben wir wieder gewonnen." 

Ein Dreier gegen Hoffenheim würde auf Schalke die Abstiegsgefahr erst einmal bannen - auch wenn Stevens sagt: "Ich weiß nicht, ob ein Sieg reicht." Auf ein Finale um den Klassenerhalt am letzten Spieltag gegen Stuttgart will er es "eigentlich nicht ankommen lassen". 

Denn dann könnte der Worst Case doch noch eintreten. "Für mich wäre es eine große Enttäuschung. Weil es das erste Mal wäre, dass ich absteige", sagt er: "Aber daran denke ich nicht. Das Risiko kannte ich, das habe ich in Kauf genommen, um dem Verein zu helfen. Ich würde es wieder tun. Du lässt nicht die Leute und den Verein im Stich, bei denen du so viel Liebe gefunden hast."

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