2. Liga: HSV verliert nach 2:0-Führung, Sandhausen schießt St. Pauli ab, Fürth ringt dezimierten Jahn nieder

18.03.2019 - 23:30 Uhr

Der HSV hat die Patzer von Union und St. Pauli nicht nutzen können und zuhause eine 2:0-Führung verspielt. Am Montagabend behielt Fürth die Oberhand.

Am 26. Spieltag der 2. Bundesliga haben die Top-Teams Niederlagen kassiert. Der Hamburger SV schenkte nach einer 2:0-Führung einen Heimsieg gegen Darmstadt 98 her. Der Stadtrivale St. Pauli ging in Sandhausen sogar mit 0:4 unter.

Auch Union Berlin musste einen Rückschlag hinnehmen: Nachdem das Team von Trainer Urs Fischer zunächst mit einer 1:0-Führung in die Pause ging, gelang es Heidenheim, die Partie in der zweiten Halbzeit zu drehen und sich letztlich mit 2:1 durchzusetzen.

Derweil hat Holstein Kiel einen 5:1-Heimsieg über Erzgebirge Aue gefeiert und damit den Anschluss an die Aufstiegsränge gewahrt. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt nun fünf Punkte. Am Sonntag lagen der VfL Bochum (in Bielefeld) und der FC Ingolstadt 04 (in Paderborn) zwischenzeitlich mit 1:0 vorne, unterlagen aber am Ende doch glatt mit 1:3. Die Schanzer bleiben damit das Schlusslicht der 2. Liga.

Am Montagabend komplettierten Jahn Regensburg und Greuther Fürth den Spieltag. In der Domstadt setzten sich die Gäste aus Franken mit 2:0 durch. 

Die Partie des Spitzenreiters aus Köln in Duisburg wurde abgesagt.

Regensburg - Fürth 0:2 (0:0)

Tore: 0:1 Caligiuri (71.), 0:2 Raum (90.+5)

Gelb-Rote Karte: Palionis (Regensburg, 66.)

Zweitligist SpVgg Greuther Fürth hat im fränkisch-oberpfälzischen Duell einen kühlen Kopf bewahrt und einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl setzte sich am Montagabend beim formstarken Jahn Regensburg mit 2:0 (0:0) durch. Nach dem 26. Spieltag besitzen die Franken als Tabellen-13. neun Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz 16 und haben zudem noch das Nachholspiel gegen Dynamo Dresden (4. April) in der Hinterhand. 

"Maskenmann" Marco Caligiuri (71.) und der eingewechselte David Raum (90.+5) erzielten vor 11.330 Zuschauern das Tor der Gäste, nachdem der Regensburger Markus Palionis (66.) wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte gesehen hatte. Regensburgs Andreas Geipl scheiterte in der Schlussphase per Handelfmeter an Fürth-Keeper Sascha Burchert (83.).

Die Gastgeber starteten schwungvoll und kamen durch Hamadi Al Ghaddioui (5.) direkt gefährlich vor das Fürther Tor. Mit zunehmender Dauer verflachte die Partie, die Gäste verzeichneten durch den Distanzschuss von Fabian Reese (37.) ihre gefährlichste Aktion im ersten Abschnitt. Kurz vor der Pause hätte der Regensburger Sargis Adamyan (45.) auf 1:0 stellen können. 

Die Franken kamen besser aus der Kabine und hätten durch Sebastian Ernst, der frei vor dem Regensburger Tor auftauchte, in Führung gehen müssen (53.). Besser machte es Teamkollege Caligiuri, der nach einem verlängerten Eckball am langen Pfosten zur Stelle war. Das Handspiel des Torschützen im eigenen Sechzehner blieb dank Burchert ohne Folgen.

Bielefeld - Bochum 3:1 (0:0)

Tore : 0:1 Fabian (63.), 1:1 Voglsammer (68.), 2:1 Klos (78., Handelfmeter), 3:1 Clauss (79.)

Rote Karte: Gyamerah (Bochum) nach einer Notbremse (80.)

Arminia Bielefeld befindet sich in der 2. Bundesliga wieder im Aufwind. Eine Woche nach der 1:5-Klatsche beim Tabellenführer 1. FC Köln bezwang die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus den VfL Bochum nach deutlicher Steigerung in der Schlussphase mit 3:1 (0:0) und zog in der Tabelle mit den Revierstädtern gleich.

Die Gäste aus Bochum gingen durch Abwehrspieler Patrick Fabian (63.) in Führung. Kurz darauf glich Andreas Voglsammer per Rechtsschuss (68.) aus. Fabian Klos per Handelfmeter (78.) und Jonathan Clauss (79.) erhöhten für die Gastgeber auf 3:1.

Der VfL musste nach vier Punkten aus den letzten zwei Spielen wieder einen Dämpfer verarbeiten und konnte sich  nicht aus dem tristen Grau des Mittelfelds befreien. Zu allem Überfluss sah Jan Gyamerah nach einer Notbremse (80.) noch die Rote Karte.

In der ersten Halbzeit hatten die Gastgeber mehr vom Spiel. In der Anfangsphase hatte Cedric Brunner per Distanzschuss die Führung auf dem Fuß, doch Bochums Schlussmann Manuel Riemann lenkte den Ball noch an die Latte. Nach einem Zuspiel von Brunner war es Stürmer Klos (21.), der den Ball am Tor vorbeisetzte.

Im zweiten Durchgang ließen beide Teams zunächst Tempo und Spielidee vermissen. Bochum hatte per Freistoß eine Standardchance, doch der Ball blieb nach dem schwachen Schussversuch von Milos Pantovic in der Mauer hängen. Erst mit dem Treffer von Fabian wachten beide Teams auf und boten eine aufregende Schlussphase.

Paderborn - Ingolstadt 3:1 (0:0)

Tore : 0:1 Kerschbaumer (53.), 1:1 Klement (75.), 2:1 Antwi-Adjei (77.), 3:1 Antwi-Adjei (85.)

Schlusslicht FC Ingolstadt hat in der 2. Bundesliga einen weiteren Nackenschlag hinnehmen müssen. Die Schanzer unterlagen beim SC Paderborn trotz Führung und guter Leistung mit 1:3 (0:0) und kassierten dadurch die vierte Niederlage in Serie. Mit 19 Punkten bleibt der FCI Tabellenletzter, der Abstand aufs rettende Ufer beträgt vier Punkte.

"Wir haben uns reingearbeitet", sagte Paderborns Trainer Steffen Baumgart anschließend bei Sky: "Wir waren nicht unbedingt die bessere Mannschaft, aber wir waren in der letzten halben Stunde die konsequentere".

Konstantin Kerschbaumer (53.) hatte die lange überlegenen Ingolstädter zunächst verdient in Führung geschossen. Doch Philipp Klement (75.) und Christopher Antwi-Adjej (77./86.) drehten die Partie binnen Minuten. Paderborn klettert mit nun 41 Punkten auf Platz sieben und hat nur noch sechs Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz.

In einer temporeichen Partie verpasste Sven Michel (24.) zunächst knapp die Führung für Paderborn. Anschließend übernahm Ingolstadt zunehmend die Kontrolle, die beste Chance vor der Pause vergab Sonny Kittel (28.). 

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Ingolstadt noch einmal den Druck und wurde durch Kerschbaumers Treffer im Nachsetzen belohnt. Ein Distanzschuss von Klement und Antwi-Adjej aus kurzer Distanz drehten die Partie.

Hamburger SV - Darmstadt 2:3 (2:0)

Tore: 1:0 Jatta (5.), 2:0 Lasogga (16., Foulelfmeter), 2:1 Mehlem (52.), 2:2 Tobias Kempe (82.), 2:3 Mehlem (90.+2)

Der Hamburger SV hat die Gunst der Stunde nicht nutzen können und die Rückkehr an die Tabellenspitze verpasst. Der Herbstmeister musste sich nach einer 2:0-Führung am Ende mit 2:3 (2:0) gegen den SV Darmstadt 98 geschlagen geben und liegt weiterhin auf Rang zwei hinter Tabellenführer 1. FC Köln, dessen Match am Sonntag beim MSV Duisburg wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt worden war. 

Bakery Jatta (5.) und Torjäger Pierre-Michel Lasogga per Foulelfmeter (16.) hatten für eine scheinbar komfortable Führung des HSV gesorgt. Marvin Mehlem (52./90.+2) und Tobias Kempe (82.) sicherten den kampfstarken Gästen dann den Sieg. 

Der HSV hatte vor 54.668 Zuschauern von Beginn an alles im Griff und ließ dem Gast kaum Luft zu atmen. Bereits in der 2. Minute verpasste Douglas Santos die Führung, als der Brasilianer nur das Aluminium traf. Nur drei Minuten später war dann Jatta im Anschluss an einen Freistoß von Berkay Özcan erfolgreich. Nach einem Foul von Mathias Wittek an Khaled Narey zeigte Schiedsrichter Florian Badstübner wenig später auf den Punkt. Lasogga ließ sich diese Chance nicht entgehen und erzielte seinen 13. Saisontreffer.

Nach dem Anschlusstreffer von Mehlem verlor der HSV urplötzlich seine Souveränität. Darmstadt fasste seinerseits neuen Mut und hatte bereits durch Yannick Stark die große Chance zum Ausgleich. Der Mittelfeldspieler scheiterte in der 70. Minute aber am Innenpfosten. Kempe und erneut Mehlem ließen wenig später Darmstadt dann aber doch noch jubeln.

Sandhausen - St. Pauli 4:0 (2:0)

Tore: 1:0 Wooten (34.), 2:0 Förster (43.), 3:0 Schleusener (46.), 4:0 Förster (49.)

Der 1. FC St. Pauli gerät nach einem weiteren Debakel im Aufstiegsrennen immer weiter ins Hintertreffen. Eine Woche nach dem 0:4 im Stadtderby gegen den Hamburger SV kassierte die Mannschaft von Trainer Markus Kauczinski eine 0:4 (0:2)-Pleite bei Abstiegskandidat SV Sandhausen und liegt bereits acht Punkte hinter dem Tabellenzweiten 1. FC Köln, der zudem noch ein Spiel in der Hinterhand hat. Bei vier Zählern Rückstand auf den Dritten Union Berlin ist die Relegation aber nach wie vor noch im Bereich des Möglichen.

Sandhausen konnte sich durch seinen zweiten Sieg in Folge im Tabellenkeller weiter Luft verschaffen. Philipp Förster (43./49.), Andrew Wooten (34.) mit seinem zehnten Saisontreffer und Fabian Schleusener (46.) machten den Dreier für das Team von Trainer Uwe Koschinat perfekt.

Sandhausen jubelte vor 10.657  Besuchern bereits in der sechsten Minute über die vermeintliche Führung. Der Treffer von Dennis Diekmeier wurde wegen einer Abseitsstellung aber nicht anerkannt. Nach einer guten Möglichkeit von Rurik Gislason traf wenig später Wooten per Kopf zur verdienten Führung. Förster sorgte nach einer schönen Einzelleistung kurz vor der Pause für die Vorentscheidung.

Die Gäste von der Elbe wurden nach der Pause erneut kalt erwischt. Nach den Treffern von Schleusener und Förster innerhalb von drei Minuten war der Widerstand der Hamburger endgültig gebrochen.

Dresden - Magdeburg 1:1 (0:1)

Tore: 0:1 Rother (43.), 1:1 Röser (86.)

Der 1. FC Magdeburg hat im Ostduell bei Dynamo Dresden einen Punkt geholt. Die Sachsen-Anhaltiner erkämpften sich ein 1:1 (1:0), rangieren allerdings weiter fünf Punkte hinter Dresden. Björn Rother (43.) erzielte das Führungstor für die Gäste vor 30.500 Zuschauern in der ausverkauften Arena. Lucas Röser (86.) glich für die Sachsen aus.

Für Dynamo ging eine Serie von jetzt sieben Spielen ohne Sieg weiter, außerdem wurde der vierte Heimsieg gegen Magdeburg in Folge verpasst. Der Europapokalsieger der Pokalsieger von 1974 konnte nach zuletzt zwei Pleiten wieder punkten. Zuletzt hatte es zwei 0:1-Niederlagen gegen den MSV Duisburg und den SV Sandhausen gegeben.

Das Ostduell war lange Zeit ausgeglichen. Die Dresdner waren etwas mutiger in der Offensive, während sich der FCM aus seiner kompakten Abwehr heraus auf gelegentliche Konter beschränkte. Allerdings waren die Gäste effizienter im Torabschluss, Dresden hatte zwar mehr Ballbesitz, kam allerdings zu selten gefährlich vor das FCM-Tor.

Holstein Kiel - Erzgebirge Aue 5:1 (2:1)

Tore : 1:0 Honsak (6.), 2:0 Benes (9.), 2:1 Hochscheidt (26.), 3:1 Benes (54.), 4:1 Okugawa (75.), 5:1 Seydel

Holstein Kiel hat seinen Abwärtstrend gestoppt. Nach zwei Niederlagen bezwangen die Störche Erzgebirge Aue mit 5:1 (2:1) und festigten den fünften Tabellenplatz. Den Rückstand auf den Relegationsplatz verringerte Kiel auf fünf Punkte.

Mathias Honsak (6.) und Laszlo Benes (9.) sorgten vor 8666 Zuschauern für eine schnelle Führung der Gastgeber. Jan Hochscheidt verkürzte vor der Pause (26.). Mit seinem zweiten Treffer erhöhte Benes auf 3:1 (54.). Masaya Okugawa (76.) und Aaron Seydel (85.) erhöhten schließlich noch.

Die Störche begannen furios und hätten noch deutlicher führen können. Nach seinem Kopfballtreffer hatte Honsak mit einem Lattenschuss (7.) Pech. Dann bereitete er das 2:0 durch Benes vor und bedankte sich damit für dessen Vorarbeit beim ersten Tor.

Der Anschlusstreffer fiel völlig überraschend. Kurz vor dem Halbzeitpfiff traf auch Benes die Latte (43.). Auch nach dem Seitenwechsel setzten die Kieler ihre Offensive fort.

Heidenheim - Union Berlin 2:1 (0:1)

Tore : 0:1 Zulj (23.), 1:1 Glatzel (48.), 2:1 Schnatterer (56.)

Union Berlin hat im Kampf um den Aufstieg gepatzt. Das Team von Trainer Urs Fischer verlor beim 1. FC Heidenheim trotz Führung noch mit 1:2 (1:0), der Abstand des Tabellendritten auf die direkten Aufstiegsplätze könnte im Verlauf des 26. Spieltages auf sechs Punkte anwachsen.

Robert Zulj (22.) hatte die Berliner in Führung gebracht, ehe in der zweiten Halbzeit Robert Glatzel (48.) und Marc Schnatterer (56.) das Spiel zugunsten der Gastgeber drehten. Heidenheim hat mit 42 Punkten nun fünf Zähler Rückstand auf Union, das auf dem Relegationsplatz liegt.

11.150 Zuschauer erlebten eine abwechslungsreiche Partie. Die Heidenheimer erspielten sich die ersten Chancen, in Führung gingen allerdings die Gäste. Zulj nutzte einen Abpraller aus kurzer Distanz zum 1:0, und es ging durchaus verdient mit diesem Spielstand in die Pause.

In der zweiten Halbzeit zeigten sich die Gastgeber aber zunächst effektiv. Nach einer Ecke glich Glatzel aus, wenig später traf Schnatterer mit seinem neunten Saisontor. Heidenheims Torwart Kevin Müller hielt in Schlussphase den Sieg fest.

Duisburg - Köln abgesagt

Das für Sonntag angesetzte Zweitligaspiel zwischen dem MSV Duisburg und Aufstiegsfavorit 1. FC Köln ist abgesagt. Wie der MSV am Samstag bekannt gab, hat der Rasen in der Duisburger Arena bei der Drittligapartie zwischen dem KFC Uerdingen und Fortuna Köln (1:1) erheblichen Schaden genommen. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest.

"Die Platzkommission hat die Spielfläche im Duisburger Stadion für unbespielbar erklärt. Angesichts des schlechten Zustands des Spielfelds und der Wettervorhersage für Samstag und Sonntag wird die ordnungsgemäße Durchführung des Spiels nicht möglich sein", betonte die Deutsche Fußball Liga (DFL).

"Das ist bitter. Wir hätten einfach sehr gerne gespielt", sagte MSV-Trainer Torsten Lieberknecht. Die Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit.

Für den FC ist es bereits die zweite Spielverlegung der Saison. Am 3. Februar musste die Partie bei Erzgebirge Aue wegen starken Schneefalls abgesagt werden. Die Nachholbegegnung am 27. Februar gewann Köln mit 1:0.

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